Kleinschecken wildfarbig-weiß
Klein Schecken (KlSch) Farbe Wildfarben-weiß Drucken E-Mail

KlSch-wildfarbig

Die Geschichte

von Josef Steinack, Sprecher des Arbeitskreises Deutscher Scheckenzüchter

Ich bin mit meinen Kleinschecken zur 26. Europa-Schau vom 20. Bis 22.11.2009 nach Nitra/Slowenien gereist.

Während der Schau habe ich in einer Ausstellungshalle einen Pavillon mit Tschechenschecken entdeckt. Unsere Tschechischen Scheckenzüchter zeigten von ihrer Nationalrasse in den 11 anerkannten Farbenschlägen jeweils einen Vertreter. In einer schönen Musterbeschreibung war die Geschichte des tschechischen Clubs beschrieben und ins Deutsche übersetzt. Beim Anblick der Tiere habe ich mich an die 80-er Jahre zurück erinnert. Damals konnte ich jährlich auf den Nationalschauen in Brünn diese seltenen Farbenschläge sehen. Leider sprach niemand deutsch und die alten Züchter aus der damaligen Zeit waren auch nicht mehr anwesend. Besonders gefiel mir der dort präsentierte wildfarbige Rammler. Trotz allen Bemühungen und Verbindungen konnte ich dieses Tier leider nicht erwerben.

Von diesem Tage an war für mich klar, dass ich diesen Farbenschlag bei uns in Deutschland nachzüchten möchte.

Nachdem ich mein Vorhaben unserem Präsidenten Peter Mickmann und dem Vorsitzenden der Deutschen Preisrichtervereinigung Dieter Meister erzählt habe, beide waren während der gesamten Europaschau am deutschen Stand des ZDRK, suchten wir gemeinsam den Pavillon auf. Dort waren wir der Meinung nach Aufhebung der Frist, diesen Farbenschlag der Standardkommission als Neuzüchtung vorzustellen.

Meine beiden Hannoveranischen Kleinscheckenfreunde Martin Heierhorst und Jörg Stünkel sagten mir in Nitra zu, bei meinem Vorhaben sofort mitzumachen. Aber, wie kommen wir an Zuchttiere? Nachdem ich mein Vorhaben mit unserem Landesvorsitzenden Erwin Leowsky besprochen hatte, hatte er spontan als Kleinsilberzüchter zugesagt auch diesen Farbenschlag selbst mit zu züchten, worüber ich mich besonders gefreut habe.

Nun mussten endlich Zuchttiere her. Mein langjähriger Zuchtfreund Jaroslav Kratovil erklärte sich bereit für uns diese nicht leichte Aufgabe zu übernehmen, denn dieser Farbenschlag ist bei unseren Tschechischen Nachbarn auch selten.

Am 14. Februar 2010 war es dann soweit. Bei dem schneereichen Winter fuhr ich mit einem Bus in die Tschechoslowakei. Trotz der meterhohen Schneeberge an den Straßenrändern fand ich zu meinem Züchterfreund Jaroslav Kratovil, in einem Vorort von Prag.

Dort warteten bereits einige Zuchtfreunde, jeder mit Tieren die er abgeben konnte. Keiner der Kollegen sprach deutsch und ich kein Wort tschechisch. Aber der Zuchtfreund Jaroslav dolmetsche den ganzen Tag. Nach dem Erfahrungsaustausch konnte ich 14 Häsinnen und 6 Rammler mit nach Deutschland nehmen.

Bei diesem Zusammentreffen sprach ich über ein deutsche-tschechisches Züchtertreffen um einen Erfahrungsaustausch über unsere Rasse und den wildfarbigen Farbenschlag zu vertiefen. Wir waren uns einig, jedes Jahr im Frühsommer wechselweise in Tschechien bzw. in Deutschland ein Züchtertreffen zu organisieren.

Bei uns angekommen verteilte ich die Tiere in Bayern, Hannover und Hessen. Für mich blieben eine Häsin und ein kleiner Rammler übrig, denn ich musste ja meine Zuchtfreunde mit den versprochenen Tieren versorgen.

Am 5. und 6. Juni 2010 fand das erste Züchtertreffen in Zdounky in der Tschechoslowakei bei unserem Freund Jiri Svitil statt.

Von deutscher Seite waren mit mir die Familie Schreiber aus Bad Orb und Martin Heierhorst aus Hannover angereist. Unsere tschechischen Scheckenfreunde empfingen uns wie Staatsgäste. In einem Clubhaus konnten wir unter Begrüßung des 1. Bürgermeisters einen wunderschönen Tag verleben.

Martin Heierhorst hatte mehrere blau-weiße Züchthäsinnen mitgebracht, die von unseren tschechischen Zuchtfreunden gerne übernommen wurden.

Neben ausführlichen Tierbesprechungen habe ich dann einen schönen Altrammler wildfarbig von dem Züchter Jiri Vacek, Lanskroun erhalten. Wir waren begeistert und auf der Rückfahrt besuchten wir noch einige wunderschöne Zuchtanlagen von tschechischen Scheckenzüchtern.

Das 2. Treffen wird nun bei uns in Bad Orb von Familie Schreiber organisiert. Ablauf und Organisation siehe Internet www.akszd.de.

Die Entstehungsgeschichte der Tschechischen Schecken reicht auf das Jahr 1893 zurück. Nach 1903 veranlasste der „Nestor“ der Tschenschecken Jan V. Kalal die Aufklärung der Scheckenkaninchen. 1932 wurde der erste Tschechische Scheckenclub gegründet. Die Rasse wird in 11 Farbenschlägen gezüchtet. Schwarz, Blau, Havanna, Gelb, Madagaskar, (thüringerfarbig) Wildfarben, Eisengrau, Schildgrötfarbig, Chinchilla, Schwarz-Gelb und Blau-Gelb.

Neben den schwarz, blau und havannafarbigen sind die anderen Farben sehr selten, meistens nur noch auf Spezialschauen zu sehen.

Die nachfolgenden Zuchtfreunde erhielten im Februar über ihren Landesverband die Genehmigung zur Nachzüchtung:

LV Hannover:

Martin Heierhorst, Pastor-Simon-Straße 2, 31535 Neustadt
Jorg Stünkel, Amedorfer Straße 15, 31535 Neustadt

LV Hessen-Nassau:

Winfried Schreiber, Heppengasse 32, 63619 Bad Orb
Kurt Vierheller, In der Bornecke 14, 63679 Schotten

LV Bayern:

Erwin Leowsky, Sonnenstraße 20, 95213 Münchberg
Manfred Weiss, Obere Rödelbergstr. 5, 91244 Reichenschwand
Dieter Wunderlich, Schöpferloh 6, 95194 Regnitzlosau
Barbara Hauck , Bothengasse 1, 97647 Nordheim v.d. Rhön
Josef Steinack, Ziegelwende 32, 97256 Geroldshausen

Rassebeschreibung

0. Gewichtsbewertung

2,25

bis 2,50

bis 2,75

bis 2,875

bis 3,00

über 3,00

Höchstgewicht

15

16

17

18

19

20

3,75

1. Gewicht

Normalgewicht über 3,00 kg. Mindestgewicht 2,25 kg. Höchstgewicht 3,75 kg.

2. Körperform, Typ und Bau

Der Körper ist gedrungen und walzenförmig. Die Rückenlinie verläuft ebenmäßig und ist hinten gut abgerundet. Der Kopf ist kurz und kräftig und dicht am Körper angesetzt. Die Ohren sind fest im Gewebe und entsprechen in ihrer Länge dem Körper. Die mittellangen Läufe sind kräftig. Die Häsin ist im Ganzen etwas feiner gebaut und möglichst wammenfrei. Bei älteren Häsinnen ist Wammenansatz zulässig.

Leichte und schwere Fehler: Siehe »Allgemeines«.

3. Fellhaar

Das Fellhaar ist dicht, fein und gleichmäßig sowie nicht zu lang begrannt. Die Ohren sind gut behaart.

Leichte und schwere Fehler: Siehe »Allgemeines«.

Rassemerkmale

4. Kopfzeichnung

Diese besteht aus dem Schmetterling, den Augenringen, den Backenpunkten und der Ohren. Der Schmetterling soll gut ausgeprägt sein. Dazu gehört ein schön abgerundeter Dorn und volle Flügel, die den Unterkiefer beidseitig einfassen. Die Augenringe sind geschlossen und gleichmäßig breit. Die Backenpunkte sind rund oder oval und stehen frei unter den Augenringen. Die Ohrenzeichnung ist an der Ohrenwurzel übergangslos abgegrenzt.

Leichte Fehler: Gezackter Schmetterling; unschöner Dorn. Einseitiges Fehlen der Unterkiefereinfassung. Ungleichmäßige oder grobe Augenringe, unreiner Ohrenansätze, unreiner Kopf (Spritzer).

Schwere Fehler: Unvollständiger Schmetterling; fehlender Dorn; große Zacken in den Schmetterlingsflügeln. Gänzlich fehlende seitliche Unterkiefereinfassung. Am Unterkiefer geschlossene Einfassung. Ein- oder beidseitig anhängender Backenpunkt; Fehlen eines oder beider Backenpunkte; ein- oder beidseitig doppelter Backenpunkt. Nicht geschlossener Augenring; Zusammenhängen eines oder beider Augenringe mit dem Schmetterling oder der Ohrenzeichnung

5. Rumpfzeichnung

Die Rumpfzeichnung wird gebildet vom Aalstrich und der Seitenzeichnung. Der Aalstrich verläuft glatt und gleichmäßig breit (etwa 2cm) vom Genick bis zur Blumenspitze durch.

Die Seitenzeichnung besteht aus einzelnen, frei stehenden, nicht zu großen Flecken von etwa 2 cm Durchmesser. Sie sollen auf beiden Seiten auf Flanken und Schenkeln gleichmäßig verteilt sein. Auf jeder Seite werden 5-7 Seitenflecken gewünscht. Etwa vorhandene Flecken an Brust, Bauch, Läufen oder Unterseite der Blume bleiben unberücksichtigt.

Leichte Fehler: Gezackter oder ungleichmäßiger, breiter oder schmaler Aalstrich. Unterbrechung des Aalstrichs vom Genick bis zum Ende der Schulterblätter oder vom Ansatz der Blume bis zur hochgelegten Blumenspitze. Am Aalstrich leicht anhängende Seitenzeichnung; schwache, volle oder ungleichmäßige Seitenzeichnung. Anlage zur Kettenzeichnung (mehr als ein am Körper frei stehender Kettenpunkt auf einer Körperseite oder beidseitig). Genickpunkte, die vom Aalstrich weniger als 2 cm entfernt sind, gelten nicht als Kettenpunkte.

Schwere Fehler: Deutlich sichtbare Unterbrechung des Aalstrichs zwischen den Schulterblättern und der hochgelegten Blumenspitze. Starkes Zusammenhängen der Seitenzeichnung mit dem Aalstrich. Sattel- oder Mantelzeichnung. Mehr als zwei frei stehende Kettenpunkte auf einer Seite, weniger als drei Seitenpunkte oder Seitenflecken auf einer Seite. Gänzliches Fehlen eines Zeichnungsmerkmales.

6. Farbe

Die Grundfarbe, mit gutem Glanz versehen, ist rein weiß. Ebenso weiß ist hier die Unterfarbe, die sich von der Grundfarbe nicht unterscheidet. Die Zeichnungsfarbe ist Wildfarben (andere Grautöne sind nicht zugelassen)

Die Schattierung wird durch schwarze Haare, die bündelweise beisammenstehen, hervorgerufen, die gleichmäßig in den Zeichnungsmerkmalen vorhanden sein sollen. Die Blumenoberseite ist gesprenkelt. Der Ohrenrand ist schwarz gefärbt und sauber abgegrenzt. Im Genick ist die Farbe etwas heller oder dunkler braunrot.

Die Augen sind braun, die Krallen sind pigmentlos weiß.

Leichte Fehler: Grundfarbe mit gelblichem Anflug. Unreine oder mit weißen Haaren leicht durchsetzte Zeichnungsfarbe und Ohrenränder. Fleischfarbiger Lippenspalt. Kleine weiße Büschel/Flecken in den Augenringen im Bereich des Augenringzackens oder in den Seitenzeichnungspunkten.

Schwere Fehler: Stark mit weißen Haaren durchsetzte, unreine Zeichnungsfarbe. Zweierlei Zeichnungsfarben. Weiße Nasenspitze, weißer Lippenspalt. Weiße Flecken im Schmetterling, im Augenring (außer im Bereich des Augenringzackens), in der Ohrenfarbe oder im Aalstrich mit Ausnahme des Bereichs der Schulterblätter und der Blume. Andere als die geforderte Augen- oder Krallenfarbe.

7. Pflegezustand

Siehe »Allgemeines«.

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